TrackAlign by 55Parts - Anleitung
1. Einsatzzweck
Der Konfigurator TrackAlign by 55Parts übersetzt gewünschte Änderungen an Spur und Sturz in eine konkrete, reproduzierbare Shim-Konfiguration.
- Das System unterstützt das modulare, Uniball-gelagerte Lenkersystem als Ersatz für Serienlenker.
- Die Grundabstimmung erfolgt auf dem Messstand; Anpassungen an der Strecke erfolgen über definierte Shim-Pakete.
2. Grundprinzip
Baseline
Die Basislänge der Lenker wird eingestellt, dokumentiert und nur kontrolliert verändert.
Trackside-Änderung
Geplante Änderungen werden reproduzierbar über definierte Shim-Pakete umgesetzt.
Shim-Angabe und symmetrischer Einbau
Bei „Aktuell verbaute Shims“ trägst du die Abweichung zum Auslieferungszustand ein, nicht die gesamte tatsächlich eingebaute Shim-Stärke. Der Wert gilt für beide Seiten des Mittelstücks zusammen. Ein unveränderter Lenker hat deshalb den Eingabewert 0 mm.
Beispiel: Hast du gegenüber dem Auslieferungszustand je Seite ein zusätzliches 0,5-mm-Shim verbaut, gibst du +1 mm ein. Wurde je Seite ein 0,5-mm-Shim entfernt, lautet die Eingabe -1 mm. Eine weitere Änderung von +1 mm in der Ergebnistabelle bedeutet: ausgehend vom aktuellen Zustand nochmals 0,5 mm links + 0,5 mm rechts hinzufügen.
Links und rechts des Mittelstücks muss stets die gleiche Shim-Stärke verbaut sein. Ein asymmetrischer Einbau ist nicht zulässig, da sich dadurch der Kugelkopf verdrehen kann.
3. Bedienungsschritte
- Fahrzeug wählen: Wähle das Fahrzeug entsprechend der verbauten Hardware. Das Tool berechnet derzeit ausschließlich die Hinterachse.
- Aktuell verbaute Shims: Die Shim-Abweichung zum Auslieferungszustand je Lenker als Summe beider Seiten eintragen. Hinzugefügte Shims mit Plus, entfernte mit Minus. Im Auslieferungszustand überall
0eingeben. - Gewünschte Änderung: Die gewünschte Änderung gegenüber der aktuellen Vermessung für Sturz und Spur definieren.
- Abstand eintragen: Abstand von der Radmitte zur Kotflügelkante in Millimetern eingeben.
- Nur einen Wert ändern: Soll sich nur Spur oder nur Sturz ändern, den anderen Änderungswert auf
0° 00'lassen. Sind beide Änderungen 0, ist keine Shim-Änderung angefordert. Die Fahrzeughöhe beschreibt stets den aktuellen Zustand und ist kein Änderungsziel. - Berechnen: Die Ergebnistabelle zeigt Shim-Änderungen gegenüber der aktuellen Konfiguration. Der erste Vorschlag benötigt den geringsten Shim-Aufwand. Prüfe trotzdem Zielabweichung und Warnungen bei jedem Vorschlag.
4. Normal- und Profi-Modus
Normal
Für schnelle Montageanweisungen. Angezeigt werden Lenker-/Shim-Änderungen, Sturz, Spur und die gesamte absolute Shim-Änderung.
Profi
Für die Bewertung kinematischer Nebenwirkungen. Ergänzt werden Detailwerte wie Bumpsteer, Sturzgewinn, Radstandsänderung und Rollzentrum.
5. Einheiten und Spezifikationen
| Parameter | Spezifikation | Detail |
|---|---|---|
| Winkel | Grad und Minuten | Die Oberfläche zeigt und erwartet Sturz/Spur als Grad (°) und Minuten ('). |
| Negative Winkel | Minus bei Grad oder Minuten | Für minus 30 Minuten: Grad 0, Minuten -30. Negative Minuten sind nur bei 0 Grad erlaubt. Für minus 1 Grad und 30 Minuten: Grad -1, Minuten 30. Minuten immer zweistellig eingeben: 03 für drei, 30 für dreißig Minuten. |
| Sturz | Negativer Wert = mehr negativer Sturz | Die Radoberkante wandert weiter nach innen. |
| Spur | Gemäß Messprotokoll prüfen | Vorzeichen konsequent gemäß Fahrzeug- und Messsystemdefinition verwenden. |
| Shims | Gesamtdicke in Millimetern, keine Stückzahl | Eingabe: Abweichung zum Auslieferungszustand, als Summe beider Seiten. Ergebnis: weitere Änderung gegenüber der eingegebenen aktuellen Konfiguration. Jede Änderung wird zur Hälfte auf jeder Seite des Mittelstücks umgesetzt. +1 mm gesamt wird beispielsweise mit einem zusätzlichen 0,5-mm-Shim je Seite realisiert. Auslieferung am Mittelstück: zwei 5-mm-Shims je Seite. Zusätzliche geschlossene Shims an äußeren Gelenken gehören nicht zu diesem Einstellpaket. Die Montageansicht zeigt ein mögliches Zielpaket; tatsächlich verbaute Shims können abweichen. |
6. Limitationen und Sicherheit
Lenker-Grundlänge und Grenzen der Berechnung
TrackAlign bildet den Verstellbereich und die kinematischen Auswirkungen der vorgesehenen Shim-Logik ab. Auf welche absoluten Spur- und Sturzwerte das Fahrzeug zuvor vermessen wurde, ist für die Berechnung der gewünschten Änderung nicht entscheidend. Das Tool berechnet die Änderung ausgehend vom aktuellen Fahrzeugzustand.
Wir raten davon ab, die Grundlänge der Lenker am Kugelgelenk zu verändern, um den vom Tool abgedeckten Einstellbereich lediglich zu verschieben. Zuerst sind die originale Einstellmöglichkeit am Fahrzeug (z. B. Exzenterschrauben) und der TrackAlign-Shim-Bereich vollständig zu nutzen.
Eine zusätzliche Längenverstellung am Kugelgelenk sollte nur vorgenommen werden, wenn dieser kombinierte Bereich nicht ausreicht. Die Veränderung der Lenkerlängen außerhalb der berechneten Shim-Änderungen liegt außerhalb der Berechnungen und kann die Achskinematik verändern. Dieser Einfluss kann vom Tool nicht berücksichtigt werden. Nach einer solchen Verstellung kann nicht mehr sichergestellt werden, dass sich die Achse wie im Tool berechnet verhält. Die Berechnungsergebnisse und kinematischen Bewertungen sind dann nicht mehr als validiert anzusehen.
- Kein Ersatz für Grundvermessung: Die absoluten Ausgangswerte von Spur und Sturz werden am Fahrzeug gemessen. Das Tool berechnet ausschließlich die gewünschte relative Änderung über die Shims.
- Datenbankgültigkeit: Die Berechnungen gelten für die hinterlegte Fahrwerksgeometrie. Wurden beispielsweise Lenker, Achsträger, Radträger oder Anlenkpunkte verändert, darf das Ergebnis erst nach einer Aktualisierung der Datenbasis verwendet werden.
- Kinematikfokus: Das Tool bewertet keine dynamische Reifenperformance.
- Montagesicherheit: Montage nur durch Fachpersonal und unter Einhaltung der Herstellerangaben für Drehmomente und Freigängigkeit.
7. Empfohlener Strecken-Workflow
- Aktuellen Fahrzeugzustand dokumentieren.
- Fahrerfeedback auswerten.
- Zieländerung für Spur/Sturz festlegen.
- Werte im Tool eingeben.
- Ersten Vorschlag prüfen.
- Shims gemäß Tabelle symmetrisch links und rechts des Mittelstücks umbauen.
- Schraubverbindungen und Freigängigkeit kontrollieren.
- Setup dokumentieren und auf der Strecke verifizieren.